Das Wissen ist die Annahme des Vertrauens. Es ist also eine Frage der Autorität. Von dem her wird in der Zukunft die Quelle eine untergeordnete Rolle spielen und man wird die Grundlagen heranziehen, um damit einen sinnvollen Vergleich herzuleiten. Gelingt es nicht, einen Einklang, zwischen dem, was man annimmt und dem, was man herausfindet zu entdecken, muss eine Ebene irren.

Denn eigentlich vergleichen wir die verschiedenen Ideen und Quellen ja nur, um ihre Gültigkeit zu überprüfen und den Abgleich mit bekannter Plausibilität, kann in der Zukunft eine künstliche Intelligenz eher erledigen, als eine Liste der Quellen, die dann auch wieder schwer zu durchforsten ist.

Eigentlich wollen wir ja in der Forschung und Wissenschaft ganz konkret Antworten auf Fragen finden, die Probleme vermeiden oder lösen, beziehungsweise ganz allgemein gehalten Leid reduzieren, indem sie es bequemer machen den Profit zu bekommen.

Für mich persönlich ist es schwer zwischen gut und böse, oder richtig und falsch zu unterscheiden, da ich in den wenigsten Fällen über die eigentlichen Ziele informiert bin, denen diese Wertideen zugrunde liegen.

Es ist normal, dass die Mehrheit nicht dazu imstande ist zu verstehen, dass eine Existenzberechtigung bloß als individueller Vorteil für eine politische Agenda genutzt wird. Dieser Existenzberechtigung geben wir der Namen gut.

Der individuelle Vorteil ist der Gegenspieler zum allgemeinen Vorteil und dort wo sich die beiden Linien kreuzen, findet man Überschneidungen, die sowohl für das Individuum, als auch für die Allgemeinheit von Vorteil sind, also eine gute Sache, wie zum Beispiel die Einführung der Geldwirtschaft, oder das Korrigieren von Störungen und Problemen, anstatt diese chronische Dilemmata werden zu lassen.

Es ist keine ausreichende, oder zielführende Idee, eine Prämisse, die nie überprüft wurde, den Gültigkeitswert gut, oder wahr beizumessen, sondern es ist von großem Vorteil, sich darüber zu informieren, was den Dingen, die wir mögen oder ablehnen, eigentlich zugrunde liegt und wie man mit einem sinnvollen Konzept viel leichter ein fortschrittliches Bewerten in seinen Alltag integrieren kann.

Das Kopieren von allgemeinen Ideen, impliziert immer, dass auch alle üblichen Fehler mit übernommen werden, die man dann auch als wichtig verteidigt, wie es zum Beispiel bei der Verfolgung der Juden der Fall war, oder bei der Diffamierung der Schizophrenen immer noch ist.

So ist die allgemeine Idee, dass es nichts Besseres gibt, als das, was aktuell als gut gesehen wird, eine Korrekturresilienz, die schon lange verhindert, dass wir offen miteinander umgehen und uns so annehmen, wie wir sind. Also als Menschen, die lernen so mit sich selbst umzugehen, wie wir unseren Herausforderungen gerecht werden können, um sie dann auch zu meistern.

Es gibt keine bessere Entwicklung, als die Offenheit für Veränderung und die Akzeptanz der Beweglichkeit. Dem Schein nach sind wir alle verführt uns selbst, als wichtig zu positionieren, damit wir den Wert, den wir haben wollen, widerspiegeln und repräsentieren können. Dieser Wert konfrontiert sich selbst oft mit der Fantasie, dass es keine Struktur bedarf, nach der man etwas ordnet und dass es keine Korrektur benötigt, um etwas zu verstehen, jedoch ist die Korrektur der Schöpfer einer Entwicklung.

Solange kein Bedarf besteht etwas zu korrigieren, besteht auch keine Idee, wie man etwas zum besseren wandeln und Leid reduzieren kann.

Deshalb ist das einzige, was auf der Welt wirklich zweifellos gut ist, eine Korrektur hin zu einer Verbesserung.

Ich sehe es als großes Problem an, dass wir Meinungen nicht einfach als Wahrscheinlichkeitswerte anerkennen und dass wir nur allzu gerne einem Theorem zum Opfer fallen, mit dem wir dann unser Handeln rechtfertigen.

Das Rechtfertigen von Handlungen spielt eine Schlüsselrolle in meiner Philosophie und deshalb will ich nun näher darauf eingehen:

Das Rechtfertigen von Handlungen und Vorstellungen

Alle Begründungen sind immer nur Rechtfertigungen, die darauf abzielen eine Theorie mit Daten so zu vergleichen, sodass diese Recht bekommt.

Wenn die sinnvollere Theorie Recht bekommt, die auch tatsächlich nach den anerkannten Werten besser ist, lebt man in einer fortschrittlichen Gesellschaft, die alles richtig macht.

Wenn aber die falschen Werte als richtig anerkannt werden, dann hat man ein gewaltiges Problem, weil die Planung der Gesellschaftsstrukturen völlig fehlgeleitet, gegen die Bedürfnisse des Zeitalters verläuft.

Diese Bedrohung wird jetzt gerade wieder aktuell, da wir uns auf das Zeitalter der KI zubewegen.

Ich werde dann im nächsten Kapitel näher darauf eingehen, wie die Bedrohung des Wandels zu interpretieren ist.

Momentan will ich nur darlegen, dass jede Interpretation eine Entwicklung begünstigt. Und wenn die Parameter falsch ausgewertet werden, wird man am Ende als Verlierer dastehen, für den Fall der Fälle, dass andere Länder bessere Entscheidungen treffen.

Wenn man jetzt die Struktur einer Begründung untersucht, stellt man schnell fest, dass sich eine sachliche Begründung so lange fortsetzen lässt, wie es von der Datenmenge zugelassen wird.

Somit steht am Ende jeder Begründung ein konkretes emotionales Interesse, welches wir mit dieser Begründung in das System implementieren wollen.

Dafür folgendes Beispiel:

Früher habe ich meinen Papa manchmal immer weiter ausgefragt, nach dem Muster, dass ich eine Frage gestellt habe und dann auf die Antwort gefragt habe, warum diese denn nun stimmt, bis er mir gesagt hat, er will nicht mehr antworten.

Die Sache ist die, dass wir Menschen etwas genauso lange untersuchen/hinterfragen, bis wir mit der Theorie, die wir verstehen, zufrieden sind. Erst eine Störung, wie sie unter anderem durch Faszination zur Antwort ausgelöst wird, lässt uns stupide annehmen, die Antwort sei korrekt, jedoch ist diese Faszination in der Regel nur die Folge von einer Antwort, die den Anschein erweckt, korrekter zu sein, als diejenige, die man zuvor geglaubt hat.

Rührt daher das schwarz weiß Denken, bis man begriffen hat, dass das Ideal lediglich ein Lineal ist, mit dem man überprüft, womit man soziale Anerkennung erwerben kann, um in der Dominanzhierarchie aufzusteigen?

Die Bedrohung des kulturellen oder gesellschaftlichen Wandels:

Die Kultur spielt eine ganz wesentliche Rolle dabei, wie wir unsere Handlungen planen und organisieren. Sie gibt uns eine Idee von gut und schlecht, was in der Realität grundsätzlich keine Relevanz hat. Die Realität/Wahrheit ist frei und unbefleckt von Vorteilen und Nachteilen und kennt nur einen Kontext, der Daten vergleicht, um daraus Wissen zu gewinnen. Die Wahl der Daten und die Positionen ihrer Interpretation, haben dann die Idee des guten oder schlechten, beziehungsweise der Vorteile und der Nachteile zur Folge.

Wenn jetzt neue Interpretationen herangezogen werden, um aktuelle Situationen besser zu verstehen und sich auf diese anzupassen, werden viele sich nicht mehr als angemessen gewürdigt empfinden, da sie mit ihren gewohnten Vorsätzen nicht mehr die gleichen Erfolge erzielen werden.

Und dieser Misserfolg wird zu Protestbewegungen führen, in denen sich die Verlierer des Wandels mobilisieren und diesen bekämpfen, so wie es lange Zeit die Kirche sehr erfolgreich betrieben hat.

Denn der Erfolg ist die Motivation durch Lust. Was bedeutet, dass Ziele gesetzt werden, um einer Ideologie der Lust zu entsprechen. Von dem her sind alle Ziele, die mehr Unlust, als Lust generieren, im Vorhinein zum Scheitern verurteilt.

Die Kultur als Wertidee:

Die Kultur spiegelt sich im Gesetz wider, das sie sich selbst auferlegt und wie Gerechtigkeit wahrgenommen wird. Momentan ist mit der kulturellen Idee das Ideal der Leistung verbunden, sodass es als gerecht empfunden wird, sie zu entlohnen und sich an dieser Leistung zu bereichern.

Die Kultur, in die wir uns hineinentwickeln ist, dass die Individuen entscheiden, was sie entlohnen wollen, weil sie in ihrem Leben davon profitieren und es deshalb entlohnen.

Die Kultur der Arbeit wird nicht mehr lange fortbestehen und die neue Zeit wird einen höheren Grad an Bildung notwendig machen, damit sich sinnvollere Perspektiven durchsetzen.

Also wird der konkrete Nutzen eine wesentlichere Rolle spielen als heute, der sich aber weniger auf materieller, sondern viel eher auf empfindsamer Ebene abspielen wird.

Diese Entwicklung hin zu Vorstellungen, dass ein Gegenstand nur den Wert hat, der dem Nutzen gleicht, den dieser für mich erbringt und eben nicht dem potenziellen Nutzen, den ich nur annehme, wird immer wesentlicher werden.

Die Zukunft lässt sich natürlich nie vorhersagen, aber aus der Gegenwart ableiten und die Rohstoffnot, wird die Abkehr vom Besitzideal bedeuten.

Die Idee der Vernunft:

Die Vernunft begleitet uns schon sehr lange und es gibt eigentlich noch keine Klarheit über diesen Begriff. Wir benennen damit in etwa die Fähigkeit mithilfe des Verstandes Entscheidungen zu optimieren. Aber so wie bei allen abstrakten Objekten, hat auch dieser Begriff keine klare, sondern eine gegenstandslose Bedeutung. Es gibt also keine Entsprechung der Vernunft und sie ist bloß eine Verallgemeinerung nach einem beliebten Bewertungsmuster.

Die Idee, selber die Vernunft zu besitzen, ist ein wichtiger Bestandteil, bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertes, allerdings oft auch eine Hürde, um sie konkret anzuwenden.

Das macht diese Idee auch so schwammig, denn derjenige, der sich selbst als vernunftbegabt annimmt, verlernt die Fähigkeit Vernunft anzuwenden und etwas kritisch zu beäugen.

Mein Kommentar:

Was ich sehr kritisch sehe ist, dass es keinen Nenner zwischen dem Intellekt und dem gesellschaftlichen Stellenwert gibt.

Wir prüfen bloß zielgerichtet auf Leistung, aber nicht auf Potenzial, Kompetenz und oder Nutzen.

Da hat man natürlich auf der einen Seite das Problem, dass niemand so genau wissen kann, was wir benötigen und auf der anderen Seite das Problem, dass die Bewertungsstrukturen nicht gerecht sind, wenn man verschiedenes nach dem gleichen Muster vergleicht.

Deshalb schlage ich vor, ein neues Bewertungssystem zu suchen, in dem das gesamte Humankapital der einzelnen Individuen dann auch sinnvoll verglichen werden kann, welches effizienter beurteilen kann, wer welcher Aufgabe gerecht wird, als eine Zahl auf einem Blatt Papier.